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Wir haben euch bestimmt nicht vergessen, nur hat sich bei uns wieder soviel ereignet und auch arbeitstechnisch haben wir freilich alle Haende voll zu tun.
Nachdem sich nun aber einige Wogen geglaettet haben und auch schon die ein oder andere E-Mail bei uns angekommen ist - dass wir schon so lange nichts mehr von uns haben hoeren lassen - wird es nun hoechste Zeit, den laengst faelligen Newsletter in Worte zu fassen und an euch zu verschicken. Also hier ist er :o)
Die groesste Aufregung der vergangenen Wochen/Monate galt wohl unserem Hund Boris. Eigentlich ein sehr lebensfroher und munterer Hund der immer alle eingebunden hat, mit ihm zu spielen. Unsere Gaeste koennen quasi ein Lied von singen, was fuer eine grosse Ausdauer er dabei hatte ;o)

Nachdem Boris dieses Jahr aber zwei Anfaelle hatte (wir vermuteten erst Hitzeschlaege, die Anfaelle waren nach 1-2 Minuten wieder vorbei und er wieder ganz normal), untersuchte der Tierarzt von Cache Creek ihn und diagnostizierte einen schweren Herzfehler und die Anfaelle seien Herzanfaelle. Man koenne nichts mehr fuer ihn tun und er wuerde den naechsten Anfall hoechstwahrscheinlich nicht ueberleben.
Das war ein unglaublicher Schlag fuer uns – wenn man Boris erlebt hat, wuerde man absolut nicht darauf kommen, dass er krank sei – vor allem ist er noch nicht einmal 7 Jahre alt.
1 ½ Wochen spaeter dann der naechste Anfall – ich hielt ihn in den Armen und wartete nur noch darauf, dass er stirbt. Aber er schaffte es.
Nach 3 Wochen und einem weiteren Anfall meinte der Tierarzt, dass es besser sei, ihn einschlaefern zu lassen.
Eine schwere Entscheidung – vor allem, da es Boris – abgesehen von den Anfaellen – wirklich gut geht. Wie sollen wir selbst entscheiden was ueberwiegt – die Lebensfreude und Energie, die Boris noch hat – und ihn dafuer den Anfaellen auszusetzen, die fuer ihn gewiss nicht leicht zu ertragen sind, denn er ist jedes mal bei vollem Bewusstsein.
Thorsten meinte, dass wir fuer diese Entscheidung uns noch eine zweite Meinung einholen sollten. So gingen wir mit ihm zur Tierarzt-Praxis nach 100 Mile House.
Diese stellten gleich fest, dass es sich nicht um Herzanfaelle handeln koenne. Fakt ist, dass er ein Herzproblem hat. Woher die Anfaelle kommen, konnten sie jedoch nicht feststellen und eine genauere Diagnose bezueglich des Herzens ist hier (bei uns in der Pampa ;o) - aber auch in ganz British Columbia und Alberta) auch nicht moeglich - da fehlen die technischen Geraete.
Aber auch die Tieraerztin meinte, dass Boris noch in sehr guter Verfassung sei und legte uns Nahe, ihn von einem Kardiologen an der Uniklinik in Washington-USA untersuchen zu lassen. Sie hatte grosse Hoffnung, dass man ihm noch helfen könne und da koennte man genau diagnostizieren und dementsprechend die Medikamente bestimmen.
Kurz darauf befand ich mich dann auf der Reise nach Pullman in Washington.
Diese Entscheidung war nicht leicht – denn es sind ja ettliche Kosten, die dafuer auf einen zukommen. So hart es klingen mag, und frueher waere es gar keine Frage gewesen, alles Moegliche zu unternehmen. Aber bei so vielen Tieren, wie den unseren, ist es halt nicht machbar – in jedes Tier tausende von Dollars zu stecken. Das wuerde uns hier wahrscheinlich bald in den Ruin treiben. Und es ist ja auch nicht sicher gewesen, wie die Diagnose dort ausfaellt – ob
man ihm ueberhaupt helfen kann oder man ihn doch einschlaefern muss.
Diese Untersuchungen waren aber noch einigermaasen ueberschaubar und das Geld ja urspruenglich schon verplant – fuer meinen Trip nach Deutschland.Ich beschloss dann stattdessen, das Geld lieber dafuer zu nuetzen, unserem Hund zu helfen.
Somit fuer alle Betreffenden (ich hatte mit einigen liebgewonnenen Gaesten, die in naeherer Umgebung wohnen, ausgemacht, dass wir uns dann treffen) – ich werde vorerst nicht nach Deutschland kommen.
Aber der Trip hat sich gelohnt. Ueber 12 Stunden Autofahrt - eine Strecke, eine Menge Angst und Aufregung. Dennoch wiederum ein Stueck von meinem neuen Heimatland gesehen und das erste Mal in den USA gewesen.
Unsere Nachbarin Judy hat mich begleitet, wir hatten strahlenden Sonnenschein, ebenso viel Spass miteinander und es war auch ein Erlebnis.
In der Uni-Klinik fand man heraus, dass Boris neben dem Herzfehler noch ein neurologisches Problem hat, das die Anfaelle ausloest. Beides laesst sich nicht heilen, aber mit Medikamenten kann man dem Herzen Erleichterung verschaffen und die Anfaelle verringern.
Sehr wichtig war es uns, dass man Boris nicht mit Gewalt am Leben erhaelt, aber auch da bestaetigten mir die Aerzte, dass er abgesehen davon noch in sehr guter Verfassung ist und mit den Medikamenten noch eine gute Lebensqualitaet haben kann.
Wie lange er noch lebt weiss natuerlich niemand - aber zum heutigen Zeitpunkt besteht - laut den Aerzten - nicht den geringsten Grund ihn einschlaefern zu lassen.
Ihm geht es recht gut. Das ist nun 2 1/2 Wochen her und er hatte seitdem keinen Anfall mehr. Er vertraegt die Medikamente und macht uns jeden Tag viel Freude - so wie unsere anderen Tiere natuerlich auch :o) Und wir sind natuerlich fest davon ueberzeugt, dass er uns, sowie unseren Gaesten noch eine ganze Weile erhalten bleibt.
Was sind wir froh, dass wir nicht auf den ersten Arzt hoerten...
Sicher interessiert es euch, wie unsere letzte Saison verlaufen ist?! Und wir koennen euch mitteilen, dass wir fuer das erste Jahr (das wir nun hinter uns haben) sehr zufrieden sind!
Auch wenn wir uns ueber die 2. Reportage sehr geaergert hatten, so hat sie uns einige neue Gaeste beschert, sowie viele kurze Besuche von Leuten, die vielleicht zu einem spaeteren Zeitpunkt einmal Urlaub bei uns machen werden. Aber es kamen auch einige Gaeste, die nicht uebers Fernsehen zu uns gekommen sind – das ist schonmal beruhigend, denn wir sind ja kuenftig darauf angewiesen, ohne das Fernsehen auszukommen.
Was wirklich schon supergut gelaufen ist, das waren die Trailrides – so gut wie taeglich, oft 2-3 mal. Wir werden uns naechstes Jahr nach 2 weiteren Trailpferden umschauen, da wir defintiv mehr Pferde fuer die Trailrides brauchen. Neben unseren Gaesten, kommen auch viele Kanadier und Leute von anderen Gaestebetrieben wie Resorts zu uns, um auszureiten.
Und es ist sehr schoen, dass wir neben den neuen Gaesten einige (wir nennen sie) „Wiederholungstaeter“ haben – also Gaeste, die vergangenes Jahr schon bei uns einkehrten und dieses Jahr wieder kamen. Das freut uns natuerlich besonders – und es ist so, als wenn man liebe „alte“ Bekannte wiedertrifft.
Auch ueber Silvester kommen 2 ganz liebe Paaerchen – das eine war letztes Jahr im Sommer da, das andere im Herbst – auf die wir uns riesig freuen! Mit einigen anderen Gaesten sind wir ueber Silvester nun fast ausgebucht. Das freut uns natuerlich maechtig und damit hatten wir nicht gerechnet.
Auch wenn die Saison nun fuer den Anfang sehr gut war, so benoetigen wir dennoch einige mehr Gaeste um zumindest mal (und das abgesehen von den Investitionen) mit den Unkosten auf Null zu kommen und in Zukunft zu verdienen. Aber klar – so ein Betrieb laesst sich nicht von Heute auf Morgen aufbauen. Wir sind im Grossen und Ganzen sehr zuversichtlich – und wirklich alle, die mal hier waren (ob Freunde, Familie, Gaeste) sind ueberzeugt, dass wir das schaffen werden.
Das gibt viel Mut, wenn auch immer wieder etwas Existenzangst mitspielt und das Leben hier gewiss nicht immer einfach ist. Wenn auch ebenso wunderschoen – so stossen wir dennoch auch hin und wieder an unsere Grenzen! Aber wir tun alles, um unsere Ranch weiter zum Laufen zu bringen.
Und wir koennen auf vielmals derselben Frage hin immer nur wieder sagen, wir haben den Schritt absolut nicht bereut. Fuer die ganze Arbeit und Muehe werden wir hier mit den Schoenheiten der Natur belohnt, mit dem Zusammenleben unserer Tiere – und das in naher Freiheit – und nicht zuletzt mit total netten, unkomplizierten, hilfsbereiten und verstaendnisvollen Gaesten, deren Anwesenheit auch fuer uns eine total schoene, interressante und gesellige Zeit mit sich
bringt! Das gesamtheitliche Leben hier ist es allemal wert! (Wie unsere Gaeste von diesem Jahr ihren Aufenthalt hier empfunden haben, koennt ihr bald auf unserer Website nachlesen. Sobald wir die Zeit aufbringen koennen, um die neuen Gaestebucheintraege von 2007 auf unsere Website zu uebertragen.)
Und da denke ich immer wieder an „eure“ Fussball-Hymne, die fuer uns ja absolut – schon in Deutschland noch - unsere Auswanderungshymne war und ist:
„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer – nicht mit vielem wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet soviel mehr...“
Neben der alltaeglichen Arbeit, spontanen Gegebenheiten und Umstaenden waren wir mit unseren Helfern auch sehr fleissig – Werkstatt isolieren, Weiden einzaeunen, streichen, Brennholz machen, Gaestebreiche umgestalten/renovieren, Wasserleitung fuer die Pferdetraenke legen, Stromversorgung fuer dieselbige... – all solche Dinge stehen an der Tagesordnung und machten/machen wir selbst.
Was aber fuer euch sehr interressant sein sollte, ist – dass unser Chalet bald im neuen Glanz erstrahlt. Wir haben keine Kosten und Muehen gescheut ;o) um es unseren Gaesten darin in Zukunft noch behaglicher und gemuetlicher zu gestalten. Das aber wird dann ein extra Thema sein und wir werden euch das neue Chalet demnaechst mit vielen Bildern in einem eigenen Newsletter vorstellen.
Die untere Wohnung des Ranchhauses haben wir komplett renoviert und auch in der oberen Wohnung wird noch manches erneuert...
Unseren Tieren geht es soweit sonst allen gut. Unsere beiden Fohlen entwickeln sich praechtig. Wenn alles gut laeuft, koennen wir uns im naechsten Sommer wieder ueber 3 Fohlen erfreuen – unsere Stuten Dolly, Lilly und Rose sind traechtig.
Wenn man ganz am Anfang steht, sich diesen Traum einer Gaesteranch erfuellt, hat man ganz viele Traeume und Plaene. Man moechte moeglichst alles perfekt haben und in kurzer Zeit vieles erreicht und verwirklicht. Die Realitaet sieht dann oftmals „leider“ doch etwas anders aus. So stellten auch wir fest, dass wir anfangs „kleinere Broetchen backen muessen“, als erst vorgehabt.
Vieles gestaltet und ergibt sich erst aus der Praxis. Allein arbeits – und zeittechnisch ist vieles in geplanter Zeit nicht machbar, da auf einer Ranch mit Gaestebetrieb meist irgendwas dazwischen kommt, man irgendwelche anderen Reperaturen taetigen muss – oder mit den Tieren was ist (wie z.Bsp. mit Boris, oder damals mit Anna,...) und irgendwelche anderen Gegebenheiten Tag fuer Tag aufs Neue auf einen zukommen, die einen immer wieder spontan ganz anders agieren
lassen. Und wenn dann immer wieder (erfreulicherweise! :o) neue Gaeste auf der Matte stehen, haben diese ja absoluten Vorrang und unsere volle Aufmerksamkeit!
Man aendert Plaene und Meinungen und orientiert sich immer wieder neu an den aktuellen Gegebenheiten. Und wir haben stets ein offenes Ohr fuer die Ideen, Kritik und Meinungen unserer Gaeste.
Da heisst es dann abwegen, Prioritaeten setzen, an die Zukunft denken und richtig entscheiden. Gar nicht so einfach!
Ein Plan fuer die Zukunft ist, den Heuboden unserer Scheune auszubauen und darin den Aufenthaltsbereich zu gestalten. Das sind ueber 100 Quadratmeter – da hat es dann Platz fuer Tische & Stuehle, einen Billard-Tisch und Tischfussball und einen Bereich fuer Kinder zum Spielen,...
Leider verfuegen wir noch ueber keinen allgemeinen Aufenthaltsbereich der fuer jeden frei verfuegbar ist. Aber solange unser Gaestebetrieb nicht wirklich ausgelastet ist, ist uns diese Investition jedoch zu riskant und es lohnt sich noch nicht wirklich.
Was wir bisher machten, das war oefter mal mit unseren Gaesten bei uns im Haus zusammenzusitzen, Kaffee zu trinken, sowie Spiele-Abende.
Dieses Jahr feiern wir nun Silvester mit unseren Gaesten im Wohnbereich /Erdgeschoss unseres Hauses. Das wird recht eng – wenn wir auch ueberzeugt davon sind, dass es bestimmt trotzdem sehr gemuetlich wird.
Fuer noch mehr Gaeste ist der untere Bereich unseres Hauses ideal geeignet – nun ist Thorsten gerade dabei im Untergeschoss den Holzboden zu verlegen. Wir wollen das Untergeschoss unseres Hauses nun als naechstes fertig machen und nun doch fuer die naechsten Jahre in den Gaestebereich etwas mit einbinden.
Wenn wir fertig sind, haben wir unten dann die offene Kueche mit Bar aus Deutschland, eine Toilette (schon vorhanden), viel Platz fuer Tische & Stuehle, ausserdem einen gemuetlichen seperaten Fernsehraum. Einen kleinen Spielebereich fuer Kinder werden wir da auch einrichten.
So koennen wir mit unseren Gaesten die Feste und Feiern dort bestreiten – ausserdem haben wir so die Gelegenheit unsere Gaeste dort oefter mal zum Kaffe, Spiele – oder Filme-Abend einzuladen.
Mit unserer Entscheidung, was die Aufenthaltsmoeglichkeiten angeht, sind wir sehr zufrieden. Die Idee mit dem ausgebauten Heuboden gefaellt uns sehr gut. Die Uebergangsloesung mit dem unteren Bereich unseres Hauses ist fuer uns alle drei stimmig und scheint die beste Loesung.
Ausserdem haben wir uns entschieden, die Sauna voerst nicht zu bauen. Das kommt uns zum momentanen Zeitpunkt am vernuenftigsten vor. Nach wie vor muessen wir uns sehr genau ueberlegen, wo wir investieren, sehr behutsam und vorsichtig mit unseren Investitionen umgehen, so dass wir uns nicht verzetteln und finanziell uebernehmen.
Aufgrund einiger Aussagen unserer Gaeste war es uns nun wichtiger, erst einmal ins Chalet – sowie in Ranchhaus - zu investieren. Das Chalet hat eigentlich allen gut gefallen nur gab es ein paar Verbesserungsvorschlaege, denen wir nun nachgegangen sind. Aber allein fuer die Veraenderung beider Seiten des Chalets sind nun einige tausend Dollar investiert. Fuer das Geld haetten wir annaehernd die Sauna (selbst) bauen koennen. Aber wovon haben die Gaeste mehr –
von dem ein oder anderen Sauna-Besuch oder davon, dass sie sich in ihrer Unterkunft voll und ganz wohl fuehlen koennen?
Da erscheint uns die Sauna als ein nettes „Nebenbei“ , aber nicht so wichtig. Zumal sich die Sauna ja auch erst rentiert, wenn sie von dementsprechend vielen Gaesten genuetzt wird – und dann eher im Winter, wo wir eh noch nicht ueber viele Gaeste verfuegen.
Auch fuer die obere Wohnungen des Ranchhauses stehen noch einige Investitionen an. Grundsaetzlich sind noch so viele Arbeiten zu taetigen, die gerade viel wichtiger sind, als diese Zeit - die wir dafuer benoetigen– stattdessen fuer den Bau der Sauna zu investieren.
Das naechste Groessere wird dann wohl der Aufenthaltsbereich in der Scheune sein. Festlegen und Versprechen wollen wir aber nichts. Wir wir werden sehen...
Eines ist jedoch sicher - Stueck fuer Stueck werden wir hier weiter machen, um fuer euch (und freilich auch fuer uns ;o) weiterhin etwas ganz Besonderes und Schoenes aus diesem schoenen Fleckchen Erde zu schaffen – das es ohnehin ja schon ist.

In diesem Sinne mache ich mich jetzt weiter an die Arbeit :o)
Ihr werdet bald wieder von uns hoeren, mit dem naechsten Newsletter ueber das Chalet.
Bis dahin bleibt munter und gesund – Viele, liebe Gruesse sendet euch euer
AMR-Team
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